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Software zur Prozessautomatisierung im Vergleich

Dieser Software-Vergleich ordnet die wichtigsten Prozessautomatisierungs-Tools technisch ein, zeigt Vor- und Nachteile und macht sichtbar, warum No-Code-Plattformen wie linqi die Welt der Prozessautomatisierung grundlegend verändert haben.

BPMN-Modellierung

BPMN – ausgeschrieben Business Process Model and Notation – ist ein internationaler Standard, um Abläufe sichtbar und verständlich zu modellieren. BPMN beschreibt Prozesse grafisch in Form von Diagrammen, die zeigen, wie ein Ablauf funktioniert, wer beteiligt ist und welche Schritte aufeinander folgen.

Wichtig ist: BPMN dokumentiert Prozesse. Es automatisiert sie nicht. Dafür benötigt es Prozessplattformen, wie linqi, die BPMN-Diagramme nutzen und weiterverarbeiten.

Diese Diagramme schaffen Struktur und ein gemeinsames Verständnis, sind aber kein ausführbares System, das Schritte selbst übernimmt oder Entscheidungen ausführt. Genau das unterscheidet BPMN klar von Prozessplattformen wie linqi.

Technische Stärken:

  • Klar strukturierte, einheitliche Darstellung von Abläufen
  • Gut geeignet für Dokumentation, Abstimmungen und Prozessanalysen
  • Hilft dabei, Rollen, Schritte und Zuständigkeiten sichtbar zu machen
  • Sehr große Auswahl an Tools am Markt

Technische Grenzen:

  • BPMN ist ein Modellierungsstandard – keine Automationslösung
  • Keine integrierten Formulare, Masken oder Benutzeroberflächen
  • Ohne ausführende Plattform entstehen keine Effizienzgewinne
  • Schnittstellen, Daten oder Logiken können nicht ausgeführt werden
  • Für schnelle Digitalisierung im Fachbereich nicht geeignet

Praxisbeispiel für BPMN:

Ein Unternehmen modelliert den Onboarding‑Prozess per BPMN, um Verantwortlichkeiten, Fristen und Schritte klar darzustellen. Die Diagramme helfen Teams, den Ablauf zu standardisieren – die Durchführung muss jedoch weiterhin manuell oder in einem separaten System erfolgen.

Übrigens: Bestehende BPMN-Diagramme lassen sich dank BPMN 2.0 in linqi übernehmen.

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Robotic Process Automation (RPA)

Die RPA automatisiert Tätigkeiten, die sonst ein Mensch ausführen würde – zum Beispiel Klickfolgen, Copy-Paste-Aufgaben etc. Dazu nutzt sie Software-Bots, die die wiederkehrenden Schritte in Benutzeroberflächen ausführen. Ein RPA ist dort besonders stark, wo es feste Regeln gibt und Abläufe in großen Volumina vorkommen. Typisch ist der Einsatz in Bereichen, in denen eine große Menge standardisierter Eingaben verarbeitet werden muss, zum Beispiel in der Buchhaltung, im Kundenservice oder bei Datentransfers zwischen nicht integrierten Anwendungen.

Technische Stärken:

  • Arbeitet rund um die Uhr mit gleichbleibender Geschwindigkeit
  • Minimiert menschliche Fehler bei wiederkehrenden Tätigkeiten
  • Arbeitet auch mit älteren Systemen und kommt ohne API aus

Technische Grenzen:

  • Fragil bei Änderungen, Anpassungen oder Unregelmäßigkeiten
  • Keine Lösung für eine ganzheitliche, intelligente und nachhaltige Automatisierung
  • Wartungsintensive Insellösung mit begrenzter Intelligenz

Praxisbeispiel für RPA:

Ein Bot übernimmt täglich die Übertragung von Rechnungsdaten aus einem E-Mail-Anhang in eine alte Buchhaltungssoftware ohne Schnittstelle. Eine Aufgabe, die technisch funktioniert – aber bei jeder UI‑Änderung erneut angepasst werden muss.

Low-Code-Software für Prozessanwendungen

Low-Code ist im Grunde der Vorgänger des No-Code-Ansatzes. Er kombiniert eine visuelle Modellierung und Automatisierung der Abläufe mit der Möglichkeit, diese zu erweitern. Das Prozessmanagement lässt sich hier zu einem Teil ohne Code, also ohne Programmierung umsetzen – aber eben nicht ganz. Das bedeutet, es müssen IT-Ressourcen zur Verfügung stehen, sonst geht es nicht weiter. Fachbereiche können viele Schritte selbst modellieren, stoßen aber schnell an Grenzen, wenn Sonderlogik, Integrationen oder komplexe Datenmodelle gebraucht werden.

Technische Stärken:

  • Viele Einsatzmöglichkeiten und hohe Flexibilität
  • Balance zwischen Time-to-Value und technischer Kontrolle
  • Erweiterbar über Code für Speziallogik, Integrationen und Datenmodelle

Technische Grenzen:

  • Programmierkenntnisse und IT-Ressourcen erforderlich
  • Plattformabhängigkeit und spezifische Architekturkonzepte
  • Ohne Governance kann die Prozesslogik auf Dauer unübersichtlich werden

Praxisbeispiel für Low-Code:

Ein Unternehmen baut ein internes Service‑Portal, in dem Mitarbeitende Tickets anlegen, den Status einsehen und standortabhängige Logik automatisch ausgelöst wird. Die Grundlogik entsteht visuell – die Standort‑Sonderregeln werden jedoch per Code ergänzt und müssen von der IT gepflegt werden.

High-End-Prozessplattformen

High-End-Prozessplattformen bündeln die Modellierung, Workflow-Steuerung, Integration und das Monitoring in einer zentralen Umgebung. Diese Plattformen bringen eine enorme Funktionsbreite mit – gleichzeitig aber auch eine Komplexität, die zwingend erfahrene IT‑Teams, klare Architekturvorgaben und intensive Einarbeitung erfordert. Deshalb lohnen sie sich vor allem für Prozesse, die wirklich unternehmensweit, kritisch und dauerhaft stabil sein müssen.

Technische Stärken:

  • Sehr hohe Flexibilität und Funktionsbreite
  • Automatisieren End-to-End über Systeme und Abteilungen hinweg
  • Bringen Transparenz und Kontrolle durch Monitoring, Rollen, Freigaben und Audit-Trails
  • Skalieren stabil für komplexe, langlebige Prozesse und lassen sich modular erweitern

Technische Grenzen:

  • Einführung und Betrieb sind aufwendiger, weil Architektur, Schnittstellen und Governance mitgedacht werden müssen
  • Anpassungen benötigen oft mehr Abstimmung als bei schnellen Low-Code- oder RPA-Lösungen
  • Kosten und Komplexität lohnen sich vor allem, wenn Prozesse wirklich systemübergreifend und dauerhaft sind
  • Für Standard-Prozesse häufig überdimensioniert

Praxisbeispiel für High End Prozessplattformen:

Ein globaler Purchase‑to‑Pay‑Prozess verbindet Einkauf, Finance, Compliance, Lieferantenmanagement und Reporting in einer zentralen Plattform. Rollenbasierte Freigaben, Audit‑Trails, Eskalationen und Monitoring stehen vollständig integriert zur Verfügung – eine typische Anwendung, bei der die Komplexität und Stabilität einer High‑End‑Plattform wirklich zum Tragen kommt.

No-Code-Prozessautomation

Kommen wir schließlich zur No-Code-Prozessautomation. Sie zielt darauf ab, Prozesse ohne Programmierung zu digitalisieren und zu automatisieren. Fachabteilungen können Abläufe selbst gestalten, ändern und betreiben – ohne lange Entwicklungszyklen oder IT‑Engpässe. Formulare, Regeln, Rollen, Automationen und Integrationen werden visuell zusammengebaut und lassen sich jederzeit anpassen.

Dieser Ansatz eignet sich besonders für moderne Unternehmen, die ihre internen Abläufe kontinuierlich optimieren möchten, ohne jedes Mal ein technisches Projekt lostreten zu müssen.

Technische Stärken:

  • Sehr schnelle Umsetzung von Standardprozessen und Genehmigungsflows
  • Intuitive, visuelle Prozesslogik – Zustände, Regeln und Verantwortlichkeiten sind klar erkennbar
  • Formulare, Workflows, Automationen und Integrationen sind in einer Lösung vereint
  • Weitreichende Automation ohne IT-Abteilung
  • Plattformen wie linqi sind vollständig DSGVO‑konform und in Deutschland gehostet

Technische Grenzen:

  • Bei Spezialanforderungen kann das Drag and Drop Prinzip seine Limits erreichen
  • Plattformwechsel kann aufwendig sein, da es keine einheitliche No-Code-Logik gibt
  • Funktionsumfang hängt vom jeweiligen Anbieter ab; nicht jede No‑Code‑Lösung ist gleich leistungsfähig

Praxisbeispiel für No-Code:

Eine Urlaubsanfrage wird in eine No-Code-Plattform wie linqi als Formular erfasst, automatisch an die richtige Führungskraft zur Freigabe geschickt und danach an HR weitergeleitet. Alles läuft transparent, vollständig nachvollziehbar und ohne manuelle Zwischenschritte.

No-Code mit linqi kennenlernen

Prozesse digitalisieren: Software-Lösungen auf einen Blick

 

LösungEinfach erklärtGut geeignet, wenn …Weniger geeignet, bei …
No-CodeProzesse werden ohne
Programmierung automatisiert
und digitalisiert
– Prozesse schnell digital werden sollen
– Fachbereiche Abläufe selbst bauen und ändern sollen
– extrem individueller Sonderlogik
– Anforderungen, die zwingend Code benötigen
Low-CodeProzesse sind teilweise ohne Code umsetzbar, Speziallogiken erfordern Programmieren– IT‑Ressourcen regelmäßig eingebunden werden können
– komplexe oder hybride Anforderungen bestehen
– fehlenden IT‑Ressourcen
– Szenarien, in denen schnelle Umsetzung ohne Programmierung nötig ist
BPMNAbläufe können grafisch dokumentiert und strukturiert werden– Prozesse strukturiert dargestellt oder analysiert werden sollen
– Dokumentation und Transparenz im Vordergrund stehen
– wenn operative Automatisierung gewünscht ist
– wenn Effizienzsteigerung erwartet wird
High End Prozess-plattformEnterprise‑Lösung für komplexe, langfristige und system-übergreifende Prozesse.– mehrere Abteilungen beteiligt sind
– Prozesse langlebig, kritisch und unternehmensweit genutzt werden
– sehr schnellen Projekten mit kurzer Time‑to‑Value
– einfachen internen Abläufen ohne große Governance‑Anforderungen
RPASoftware‑Bots klicken sich durch Programme wie ein Mensch– alte Systeme keine Schnittstellen haben
– viel manuelle, regelbasierte Dateneingabe anfällt
– stark variierenden Prozessen
– Abläufen, die dauerhaft zuverlässig laufen müssen

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Auswahlhilfe: Fünf Fragen, die die Entscheidung für eine Software zur Prozessautomatisierung beschleunigen

Frage #1: Wie viel Sonderlogik steckt im Ablauf?

Je mehr komplexe Regeln, Sonderfälle und Ausnahmen, die Codieren verlangen, desto eher braucht es Low-Code oder High-End-Plattformen. Diese Ansätze können komplexe Anforderungen technisch sauber abbilden, erfordern aber auch IT‑Expertise. Für klar strukturierte Prozesse mit wiederkehrenden Mustern – wie Genehmigungen, interne Anträge oder standardisierte Fachbereichsabläufe – ist eine No‑Code‑Plattform wie linqi in der Regel der schnellste und pragmatischste Weg. Eigenes Programmieren ist bei No-Code nicht nötig.

Frage #2: Wer soll die Prozessmodellierung umsetzen und betreiben?

Wenn Prozesse vom Fachbereich selbst aufgesetzt und bearbeitet werden sollen, ist linqi als No-Code-Plattform meist der schnellste Weg. No-Code erlaubt es nahezu jedem Mitarbeiter, Prozesse zu visualisieren und umzusetzen. Gibt es dagegen bereits eine hauseigene IT-Abteilung mit freien Kapazitäten, kann eine Low-Code- oder High-End-Lösung ebenfalls geeignet sein. Entscheidende Beurteilungskriterien sind dabei die Komplexität der umzusetzenden Prozesse und die Präferenz, welche Abteilung für die Prozessautomatisierung zuständig sein soll.

Frage #3: Wie sieht die Skalierungs- und Preisstrategie aus?

Wenn Abläufe schnell digital werden sollen und eine kurze Time‑to‑Value entscheidend ist, eignen sich No‑Code‑Plattformen besonders gut. Auch Low‑Code kann sinnvoll sein, wenn IT‑Teams verfügbar sind und die Prozesse eine große Flexibilität benötigen.

Für unternehmensweite Kernprozesse, die über viele Systeme laufen, große Volumen haben oder langfristig extrem stabil sein müssen, lohnt sich der Blick auf eine High‑End‑Prozessplattform. Diese Lösungen sind allerdings preisintensiver und komplexer.

Frage #4: Wie komplex soll die Prozessmodellierung sein?

Soll die Digitalisierung ohne Programmierkenntnisse, direkt durch den Fachbereich, mit Drag‑and‑Drop‑Editoren funktionieren? Dann ist No‑Code die richtige Wahl. Wenn Prozesse stark individualisiert werden müssen oder die IT eine aktive Rolle im Modellieren übernehmen soll, bietet Low‑Code mehr Freiheitsgrade. High‑End‑Plattformen werden dann relevant, wenn die Prozesslandschaft dauerhaft komplex ist und umfangreiche Governance, Rollenmodelle und Audits benötigt werden.

Frage #5: Werden digitale Formulare, Masken und Vorlagen benötigt?

Wenn Formulare, strukturierte Eingaben, Weiterleitungen, Regeln oder digitale Dokumente im Zentrum stehen, kommen No‑Code, Low‑Code und High‑End‑Plattformen in Frage. Diese Lösungen bringen die nötigen Bausteine bereits mit oder integrieren sie tief ins Prozessmodell.

Reine Modellierungsansätze wie BPMN oder reine Integrationslösungen wie RPA bieten solche Funktionen dagegen nur eingeschränkt oder gar nicht.

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Fazit: Software-Vergleich für das Prozessmanagement

Wer Prozesse im Unternehmen digitalisieren möchte, braucht vor allem eines: Klarheit darüber, welcher technische Ansatz welche Aufgabe löst.

Jede Lösung hat ihren Platz – und ihre Grenzen:

  • BPMN schafft Struktur, dokumentiert Abläufe und hilft Teams, Verantwortlichkeiten zu klären. Es bildet wertvolle Transparenz, ersetzt aber keine Automatisierung.
  • RPA ist sinnvoll, wenn alte Systeme keine Schnittstellen haben und regelbasierte Tätigkeiten schnell überbrückt werden müssen. Gleichzeitig bleibt sie eine Insellösung, die bei Änderungen in der Oberfläche schnell an ihre Grenzen stößt.
  • Low‑Code verbindet visuelle Modellierung mit programmierbarer Logik. Das macht die Lösungen flexibel – aber auch technisch anspruchsvoller und stärker abhängig von IT‑Ressourcen.
  • High‑End‑Prozessplattformen eignen sich vor allem dann, wenn Prozesse unternehmensweit, komplex und langfristig stabil laufen müssen. Sie bieten umfassende Governance, sind aber für viele Standardprozesse überdimensioniert.
  • Und genau hier entsteht ein großer Vorteil von No‑Code: Wenn Prozesse schnell, nachvollziehbar und ohne IT‑Engpass umgesetzt werden sollen, ist eine No‑Code‑Plattform wie linqi der pragmatischste Weg. Vor allem für Standardprozesse, die heute oft in E-Mails, Excel-Listen oder manuellen Übergaben hängen, liefert linqi häufig den schnellsten und pragmatischsten Einstieg in die digitale Transformation.

Am Ende gilt: Die beste Lösung ist die, die zu den eigenen Prozessen passt – und die Mitarbeitenden direkt in die Lage versetzt, Abläufe einfacher, klarer und zukunftsfähiger zu gestalten.

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